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Liebe Mitglieder und Freunde der Bruderschaft zum Hl. Kreuz Würzburg!

Rundbrief 2020

Aus dem Franziskaner-Minoriten-Kloster in Würzburg sende ich Ihnen und Euch allen einen herzlichen Gruß! Die Medien machen uns in diesen Tagen deutlich bewusst, wie gefährdet der Friede auf unserer Welt ist. Darum wünsche ich Ihnen und uns allen ein friedvolles, ein glückendes, ein gesundes, ein gesegnetes Jahr 2020!

„Vertrau auf GOTT und eigne Kraft
Und nicht auf fremde Mächte;
Wer jeden Tag das Rechte schafft,
Der schafft im Jahr das Rechte.

Es frommt nicht, dass du zagst und klagst:
Wenn rückwärts ohne Reue
Ins alte Jahr du blicken magst,
So zieh mit Mut ins neue.“

Dieses kleine Gedicht von Friedrich Wilhelm Weber fand ich auf dem Silvesterblatt eines Kalenders, den die Mitglieder des Vorstands der Kreuzbruderschaft von ihrer Präfektin, Frau Barbara Schebler, zu Beginn des neuen Kirchenjahres geschenkt bekommen haben. Es sind Verse, die Mut machen angesichts des sinnlosen Treibens der vermeintlichen Großmächte dieser Welt. Verse gegen die Verzagtheit und für das Gottvertrauen, gegen das Klagen und für die Rechtschaffenheit, d.h. für das Recht, das jeder und jede Einzelne schaffen kann.

Der tiefste Grund für solches Denken und Tun liegt für mich im Geheimnis von Weihnachten, und Zeugnis dafür gibt uns der Evangelist Johannes im Prolog zu seinem Evangelium, der uns durch die Weihnachtszeit begleitet. Auch am ersten Sonntag im neuen bürgerlichen Jahr hören wir dieses vertraute „Im Anfang war das Wort, und das Wort war Gott... Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.“ Alles – das heißt aber auch, dass jeder Mensch seinen Anfang in Gott hat. Gott sagt Ja zu jedem Menschen und schenkt ihm sein göttliches Leben.

„Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.“ So drückt Johannes das Geheimnis von Weihnachten aus. Wir alle kennen die Sehnsucht nach Licht, denn bei wem gibt es keine Schatten, Dunkelheit und Nacht? Wer erwartet nicht in der Nacht seiner Ängste das Licht eines Trostes? Wer erwartet nicht in der Nacht seiner Verzweiflung das Licht einer Hoffnung? Wer erwartet nicht in der Nacht seiner Verlorenheit das Licht einer Rettung? Wer erwartet nicht in der Nacht von Unmenschlichkeit das Licht einer Liebe? „Wir haben seine Herrlichkeit gesehen“ - können auch wir das sagen? Ist uns wirklich das herrliche Wort widerfahren, das alles verändert und alle Finsternis vertreibt? Wäre das nicht vermessen? Erwarten wir dies überhaupt noch, nach so vielen Weihnachtsfesten, die wir schon gefeiert haben?

Aber wenn nicht wir seine Herrlichkeit gesehen haben, wer dann? Wen hatte Johannes wohl im Blick, als er diese Sätze niederschrieb? Die Jünger vielleicht, die damals um Jesus herum waren, die mit ihm lebten und ihn direkt, sozusagen hautnah erlebten, nicht so wie wir heute auf Überlieferungen und Berichte angewiesen waren? Doch wenn die Jünger damals tatsächlich seine Herrlichkeit gesehen haben, wie konnten sie dann von ihm davonlaufen, als sich die Katastrophe ankündigte, als sie seine Worte und seinen Weg als Zumutung empfanden? „Wollt auch ihr gehen?“, fragt Jesus seine letzten Getreuen, bis er dann am Kreuz letztendlich allein und verlassen war. Erst nach der Auferstehung können die Jünger allmählich begreifen, dass sich die Herrlichkeit Gottes nicht im großen Triumph zeigt, dass sie nicht einfach alles Irdische zudeckt, sondern dass sie vielmehr im Verborgenen, im Einfachen, im scheinbar Verlorenen zutage tritt. Sie macht sich die Armseligkeit unseres menschlichen Lebens zu eigen, beginnend mit der Geburt des Gotteskindes im armen Stall zu Bethlehem.

Ich bin unseren indischen Ordenschwestern, den Adoration-Sisters, die im Klinikum der Universität Würzburg mit uns beten, feiern und arbeiten, sehr dankbar für die Gestaltung der Krippe in der Klinikkapelle. In diesem Jahr spricht sie mich – im wahrsten Sinne des Wortes – besonders an, denn sie bietet in der Krippenszene nicht nur etwas für das Gemüt, sondern im Schlussvers des Johannesprologs auch die zentrale Botschaft von der Menschwerdung Gottes: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.“ Leider ist mir keine gute Aufnahme geglückt, aber die beigefügten Bilder zeigen für mich eine gelungene Komposition:

Neben dem Ambo, dem Ort der Verkündigung des Evangeliums, hat die Krippe ihren Platz gefunden, umgeben von viel Licht, da uns in Jesus das wahre Licht der Welt geschenkt worden ist, und vor einem blauen Tuch, das an den Himmel erinnert und den Blick nach oben lenkt, hin zur Heiligen Schrift und zur Frohen Botschaft. Sie geht ja noch weiter: „...und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einziges Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“ Es ist gut, dass der Platz an der Wand nicht ausreichte, denn die Botschaft will sich einen Platz in unserem alltäglichen Leben schaffen, sie will wahr werden durch uns.

Eine Erinnerung daran ist auch das Angelus-Gebet, „Der Engel des Herrn“, der in der franziskanischen Tradition fest verwurzelt ist und von vielen Gläubigen morgens, mittags und abends gebetet wird. Er zählt im GOTTESLOB zu den Grund-gebeten unseres Glaubens, unter der Nummer 3, Abschnitt 6. Dort ist auch das Abschlussgebet zu finden, das nicht nur an die Menschwerdung Jesu, sondern auch an sein Leiden und Kreuz und an seine Auferstehung erinnert.

„Wir werden das Geheimnis von Weihnachten, das Geheimnis der Liebe Gottes in Jesus Christus nicht begreifen können, wenn wir sie sachlich distanziert, von außen betrachten oder sie nur von Ferne bewundern. Wir werden sie nur erfassen können, wenn wir selbst in die Gefolgschaft Jesu eintreten, in seine Fußstapfen.“ So habe ich im letzten Rundbrief geschrieben. Wie das konkret ausschauen kann, sagt uns der eingangs erwähnte Kalender: „Das Geheimnis der Weihnacht besteht darin, dass wir auf unserer Suche nach dem Großen und Außerordentlichen auf das Unscheinbare und Kleine hingewiesen werden:

- Jedes Mal, wenn zwei Menschen einander verzeihen, ist Weihnachten.

- Jedes Mal, wenn ihr Verständnis zeigt für eure Kinder, ist Weihnachten.

- Jedes Mal, wenn ihr einem Menschen helft, ist Weihnachten.

- Jedes Mal, wenn ein Kind geboren wird, ist Weih-nachten.

- Jedes Mal, wenn du versuchst, deinem Leben einen neuen Sinn zu geben, ist Weihnachten.

- Jedes Mal, wenn ihr einander anseht mit den Augen des Herzens, mit einem Lächeln auf den Lippen, ist Weihnachten.“ (aus Brasilien)

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, wenn es gilt, diese Liste in den persönlichen Alltag hinein zu erweitern. Manchmal braucht es aber eine Erinnerung, einen Wink, einen Fingerzeig oder eine ausgestreckte Hand. All das bietet uns das Kind in der Krippe, und damit das auch deutlich sichtbar ist, haben unsere Ordensschwestern sich nicht gescheut, ein recht großes Kind in die Krippe zu legen. Das Jesuskind streckt uns seine linke Hand entgegen, als wolle es uns an die Hand nehmen, und seine rechte Hand ist erhoben zum Segensgestus, erkennbar an den drei ausgestreckten Fingern: Jeder Segen wird über uns ausgesprochen im Namen des dreifaltigen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Mit dem Wunsch unseres Vaters Franziskus,

pace e bene, Frieden und alles Gute,
P. Maximilian M. Bauer, Präses

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